Gute Aussichten: Ein frischer Boost für Vorsätze

Frischekick für Vorsätze

Ein Werkzeug zum Dranbleiben

Wenn der supergute Vorsatz...nunja...ein wenig ins Wanken gerät, könntest du z.B. mit diesem Tool noch mal neu durchstarten.

 

Dazu brauchst du:

  • etwas zum Notieren (Papier und Stift oder Smarphone/ PC,...)
  • 30 Minuten für dich (ev. mehrmals, wenn du recherchieren möchtest)

Hier der Podcast zum Text:


1. Warum genau?

Du hattest irgendwann mal oder vielleicht hast du auch immer noch einen guten Grund für deinen Vorsatz. Was war/ ist das? Und gibt es da vielleicht noch mehr? Je überzeugender deine Argumente (für dich) sind, umso eher kannst du am Ball bleiben. Bisherige Verhaltensmuster hast du dir lange antrainiert. Für dein Gehirn ist es viel effizienter, darauf zurückzugreifen und in alte Routinen zu verfallen, denn das spart Energie. Daher wäre es günstig, ihm was zu bieten, um den alten Mustern etwas entgegenhalten zu können.

 

Einer der klassischen Beweggründe für für Raucher*innen ist, ein gesünderes Leben führen zu wollen...oder manchmal eher auch zu sollen, vielleicht auch Geld sparen, besser riechen, diese Dinge. Und dann geht Raucher*in auf diese Party und das eine oder andere Gläschen wird getrunken und man gönnt sich ja sonst nichts und warum sollte man auf ein bisschen Luxus verzichten. Und dann hat man es halt nicht geschafft. Im ungünstigen Fall gräbt dann das schlechte Gewissen oder die Enttäuschung über das eigene Versagen. Dabei hat es höchstwahrscheinlich einfach das Argument nicht geschafft, durchzukommen.

Sich vom Grund berühren lassen

Das Argument scheitert, wenn es zu wenig tief geht, wenn es uns zu wenig berührt. Alle Raucher*innen wissen, was Gesundheit bedeutet und wie wichtig sie ist. Zumindest theoretisch. Aber kann sich eine rauchende Person Gesundheit tatsächlich vorstellen? Kann sie sich selbst als Mensch vorstellen, der ohne Zigarette durchs Leben geht? Und ist sie davon angenehm berührt? Oder ist das insgeheim eher bedrohlich? Das bisschen Husten, das ist im Winter ja normal, könnte sie sich sagen. Und beim Treppensteigen kommt jeder außer Atem. Und der Großvater hat mit 90 Jahren geraucht. Und diese Studien über die Langzeitfolgen sind sowieso alle gefälscht. Und wenn das Rauchen wegfällt, gibt es gar keinen Spaß im Leben.

 

Ganz schön trickreich, unser Unbewusstes, oder? Und so geht es natürlich auch mit der Abnehmkiste, mehr Zeit für die Familie, mit einer bewussten Lebensführung, mit kürzeren Arbeitstagen usw.

  • Es kann daher hilfreich sein, ein wenig nachzudenken oder nachzuforschen, was genau Gesundheit (oder der Beweggrund für deinen Vorsatz) für dich bedeuten könnte. Wie wirkt sich ein suchtfreies, achtsames, entspannteres, aktiveres oder freieres Leben auf Körper und Geist aus? Welche Auswirkungen hat das auf dein Umfeld?

  • Wenn du entdeckst, das dich dein bisheriger Beweggrund gar nicht so überzeugt, weil es sich z.B. eher um einen Wunsch der anderen handelt, findest du vielleicht eine noch bessere Motivation für dich. Wenn es dir als rauchende Person z.B. wichtig ist, möglichst wenigen Menschen Schaden zuzufügen, könntest du in dieser Richtung weiterdenken.

  • Du könntest dir auch die Frage stellen, ob diese Verhaltensweise, die du gern ablegen möchtest, überhaupt noch zu dir passt. Oft haben wir uns vor Jahren oder Jahrzehnten etwas angewöhnt, und mittlerweile sind wir "rausgewachsen".  So kann Arbeit als Lebensinhalt zu sehen zur aufstrebenden Karriereperson gepasst haben. Wer sich später als Familienmensch wiederfindet, möchte die Prioritäten vielleicht neu ordnen: Was macht die Zeit mit der Familie so wertvoll?

2. Gute Aussichten schaffen

Hast du ausreichend an deinem Grund gefeilt, kannst du noch einen Schritt weitergehen, wenn du möchtest, und dir ausmalen, wie es sein wird, wenn du deinen Vorsatz realisiert haben wirst.

 

Dazu laden wir dich zu einem kleinen Experiment ein:

  • Stell dir vor, du hast deinen Vorsatz bereits vor Monaten erfolgreich in die Tat umgesetzt. Was tust du jetzt (anstelle deines alten Verhaltens)? Wie geht es dir dabei? Was fühlst du? Was weißt du jetzt, was du vorher noch nicht wusstest?

  • Damit die Übung gut greift, schreibst du ca. 10 Sätze in der Gegenwartsform ( im Präsens).

    Jemand mit Ambitionen zu einem bewussteren Lebensstil könnte z.B. so etwas schreiben:

    Am Morgen springe ich  gut erholt aus dem Bett und freue mich auf den Tag. Nach dem Gang ins Bad mache ich meine Übungen, danach fühle ich mit richtig fit und klar im Kopf.

Der Frühstückstisch ist bunt gedeckt mit frischem Gemüse, knackigem Obst, Müsli und Tee. Ich genieße es, mir Zeit für mich selbst zu nehmen. Und wenn ich mal wenig Zeit habe, packe ich mir etwas für die Arbeit ein. Ich bin immer wieder erstaunt, wie einfach es ist, sich regional und gesund zu ernähren. Und wie gut sich mein Körper anfühlt und aussieht! Es fühlt sich wunderbar an, sich selbst und nebenbei der Region und der Umwelt etwas Gutes zu tun. Auf den Gang zum Kleiderschrank freue ich mich jetzt. Er ist recht übersichtlich geworden und das macht es einfach. Ich bin stolz darauf, Verantwortung für andere zu übernehmen, während ich mich um mich selbst kümmere. Es fühlt sich jetzt alles viel runder an.

3. Plan schmieden

Motiviert durch so viele gute Aussichten kannst du jetzt ans Feintuning gehen und (noch einmal) konkret überlegen, wie und bis wann du deinen Vorsatz erreicht haben möchtest. Durch Fragen wie die folgenden könntest du dich inspirieren lassen:

  • Wie genau wirst du deinen Vorsatz realisieren? Wann wirst du was dafür tun? Wenn du einen größeren Vorsatz umsetzen möchtest, könnten kleinere Zwischenschritte bequem für dich sein.

  • Siehst du Herausforderungen auf dich zukommen? Dann könntest du an dieser Stelle schon überlegen, wie du sie angehen möchtest. Jemand, der gern regelmäßig Bewegung an der frischen Luft macht, könnte z.B. die Tage festlegen, an denen er oder sie rausgehen möchte. Dabei könnte ihm oder ihr einfallen, dass es auch unfreundliches Wetter geben könnte. Vielleicht wird er oder sie sich vorsorglich entsprechende Kleidung zulegen.

  • Wer oder was könnte dir sonst noch helfen, wenn du z.B. ein Motivationsloch hast?

  • Wie möchtest du mit eventuell auftauchenden kleinen Rückfällen umgehen? Vielleicht findest du einen Weg, dranzubleiben und dir in diesem Moment  liebevoll zu begegnen.

Manche Menschen finden es hilfreich und motivierend, hier eine Tabelle mit Datum oder eine Checkliste zum Abhaken zu erstellen.

4. Dich regelmäßig erinnern

Der letzte Schritt ist für die Tage, an denen es dir schwerer fällt, dich an deinen Vorsatz zu halten. Oder für wann auch immer du zwischendurch Motivation möchtest. Dazu sammelst du am besten deine bisherigen Gedanken elektronisch oder auf Papier und bewahre sie so auf, dass du sie leicht findest.  Vielleicht möchtest du den Plan oder die guten Aussichten oder die Gründe auch irgendwo sichtbar vor dir haben. Oder du  arbeitest mit deinem Smartphone und lässt dich regelmäßig erinnern.

Du hast bis hier gelesen? Wunderbar! Du setzt dich mit deinem Vorsatz aktiv auseinander, das ist ein kräftiger Schritt in Richtung Verwirklichung.

Also dann, weiter so!

 

💛

Petra Ouschan ist psychologische Beraterin, Mailcoach und Supervisorin bei Zent.



Darf es etwas mehr sein?

Gern unterstützen wir dich dabei, deinen Vorsatz zu verwirklichen.

P.S. Für alle, die ihr Leben 2019 gern bewusster und achtsamer gestalten möchten: Am 10. April beginnt unser 10-Wochen-Kurs "Restart".

...manchmal auch mit Extra-Goodies...